Zug,Kalk Langhantel, Kraftsport; Training

Die wilde Natur im Fitnessstudio & meine besten Tipps für ein erfolgreiches Training

Mit Kalk um sich schlagen und alles geben. Bild von pixabay

Ich liebe meine Fitnessstudiobesuche. Das heißt aber nicht, dass ich es liebe meine schmerzenden, mit Blut gepumpten Muskeln zu spüren. Mittlerweile liebe ich vor allem die unterschiedlichen Menschen, denen ich dort regelmäßig begegne.

Oft erlebe ich dort Situationen, die mich schmunzeln lassen, für die ich zum Teil kein Verständnis habe und die mir immer wieder zeigen wie anders wir doch alle sind.

Wer noch nie ein Fitnessstudio von innen gesehen hat muss dazu wissen, dass regelmäßige „Fitnessstudiogänger“ über folgende überdurchschnittlich Ausgeprägte Eigenschaften verfügen sollten: Geduld, Achtsamkeit, Gelassenheit, Akzeptanz, Diplomatie und Ehrgeiz.

Testosteronkonzentration sehr hoch

Wenn ich mich in den Freihantelbereich begebe, kommt mir erstmal eine Ladung geballtes Testosteron entgegen. Sobald ich die Höhle des Chihuahuas betrete, der das Ziel verfolgt bald zum Rotweiler zu transformieren, wird mir klar, dass nun jeder Schritt den ich in der Höhle mache von gefühlten 44 Augen verfolgt wird. Leider treffe ich noch viel zu selten Frauen im Kraftbereich an.

Sobald ich auf eine freie Bank zusteuere auf der ich eine Freihantel Übung machen möchte, wird mir erst einmal das Sichtfeld genommen. Demonstrativ stellt sich jemand vor mich, hat zwei Hanteln in der Hand und stöhnt bei jeder Wiederholung so laut, dass ich es jetzt schon bereue meine Kopfhörer nicht mitgenommen zu haben. Kurz denke ich darüber nach, ob sich die Person genau so schrecklich bei anderer Körperlich anstrengender „Arbeit“ anhört. Ich verwerfe diesen Gedanken aber wieder schnell bevor mit mein Preworkout Shake wieder hoch kommt. Der liegt mir nämlich immer noch schwer im Magen. Wäre wirklich schade, wenn ich mir das widerliche Zeug umsonst reingefeuert hätte.

Trotz kleinem Sichtfeld zum Spiegel, schaffst ich es meine Übungen einwandfrei und sauber durchzuführen. Ich wurde in 30 Minuten Krafttraining gefühlte 10 mal unterbrochen, weil unteranderem Man(n) wissen wollte wie lange ich noch die Hantelbank brauche, ob ich die 12,5 Hantel noch nutzte und von einem älteren Herren gelobt werde, dass ich eine unglaublich gute Übungsausführung habe. Das verlängert mein Training um mehrere Minuten, aber im Kraftbereich bin ich für heute sowieso fertig.

Ein sicheres Mittel, die Leute aufzubringen und ihnen böse Gedanken in den Kopf zu setzen, ist, sie lange warten zu lassen. (Friedrich Wilhelm Nietzsche)

Nun heißt es für mich auf zur Beinpresse- ab an die Maschine weil die Langhantel seit 15 Minuten von einem jungen Herren in grauer Jogginghose und Flipflops besetzt wird, der ein ungewöhnlich großes Gesprächspotenzial entwickelt hat.

Glücklich trotzdem meine Beine ausgiebig trainieren zu können, fange ich meinen ersten Satz mit voller Kraft an. Unverzüglich stellt sich eine Dame (ich schätze Ende 40) mit Wasserstoffblonden toupierten Haaren neben mich und beäugt genervt und kritisch meine Übungsausführung.

Ich habe etwas das ihr nun zusteht- Ich bin an ihrer Maschine, die sie nicht mal mit dem halben Gewicht schaffen würde, dass ich im Moment drücke. Ihr Trainingsablauf ist streng strukturiert und sie ist gezwungen auf die freie Beinpresse zu warten, weil sie keine andere Übung in der Zeit absolvieren kann. Ich fühle mich gehetzt und meine Pausen zwischen den Sätzen werden kürzer, weil ich den Blick meiner unliebsamen Nachbarin nicht mehr ertrage. Ich stehe langsam auf, da meine Beine schwer geworden sind und kaum nehme ich mein Handtuch von der Beinpresse, stürzt sich das blonde Gift auf die Maschine. Das anschließende laute Seufzen von Ihr hätte ich beim Weggehen gerne überhört.

Ein einziges Kind gerät selten. (Deutsches Sprichwort)

Ich schaue nach oben auf das Dachfenster, die Sonne scheint und ich spüre, dass es draußen einfach wunderschön ist. Was mache ich eigentlich hier in diesem großen Raum, der durch die vielen Menschen trotzdem so klein erscheint?

Für heute habe ich genug und überlege, ob ich morgen mein Training in der freien Natur absolvieren soll. Das Wetter bietet es ausnahmsweise sogar mal in Deutschland an.

Entspannt freue ich mich auf meine wohlverdiente Dusche. Ich öffne die Tür zur Umkleidekabine und sofort kommt mir ein lautes, heulendes Schreien entgegen, das nur einem traurigen Kind gehören kann, das nicht geföhnt werden will. Bei dem Weg zu meinem Spint steige ich über Bälle und Puppen und versuche Kindern auszuweichen, die grundsätzlich immer beim Rennen und Gehen nach unten zu schauen scheinen.

Es ist 13:30 Uhr und die Kinderbetreuung im Fitnessstudio ist noch im vollen Gange: Die Mamis sind geschafft vom Zumba und versuchen die schreienden Kinder mit angeblich späteren Eisdielenbesuchen zu bestechen. Ich frage mich seit langem schon, warum eigentlich der Wickeltisch grundsätzlich immer im Damen WC steht und hoffe, dass ich die Gleichberechtigung in diesem Leben noch miterleben darf.

Frisch geduscht, gut riechend und strahlend verlasse ich das Fitnessstudio – trotz allem- glücklich und zufrieden, weil ich weiß, dass ich was Gutes für mich getan habe und gleichzeitig auch wieder festgestellt habe, dass ich immer noch gesellschaftsfähig bin.

Hier sind für dich meine besten Tipps für ein angenehmeres Training ob im Fitnessstudio, zu Hause oder in der freien Natur. Viel Erfolg bei Deinem Training! Liebe Grüße, Melli

Tipps für einen erfolgreichen Fitnessstudiobesuch

  1. Informiere dich in deinem Fitnessstudio über die Stoßzeiten: Zu welchen Zeiten ist es besonders voll? Versuche diese zu vermeiden. Eine beliebte Zeit ist die Kinderbetreuungszeit.
  2. Gute Kopfhörer mit deiner Lieblingsmusik lenken von der zum Teil lauten Geräuschkulisse im Fitnessstudio ab.
  3. Lasse dich nicht anquatschen während einer Übungsausführung, konzentriere dich auf die Übung und antworte erst dann der Person wenn du fertig bist.
  4. Sei ehrlich und bestimmt! Oft habe ich es erlebt, dass mich Leute fragen, ob ich noch die Hantel brauche und sie im gleichen Moment auch schon in der Hand haben. Sag hier ganz klar, wie viele Sätze du noch mit der Hantel brauchst und lasse dir nichts wegnehmen.
  5. Wenn Leute auf ein Gerät warten und dich das nervös macht, sag ihnen wie lange du noch brauchst oder schlage vor das ihr euch abwechseln könnt.
  6. Verschließe immer gut deine Trinkflasche. Wäre blöd wenn sie umkippt und du dich erst mal um die Reinigung kümmern musst.
  7. Räume deine Gewichte weg und sei ein Vorbild für andere. Es ist sehr frustrierend, dass die Mehrheit die Gewichte im ganzen Fitnessstudio verteilt und man sich alles wieder zusammen suchen muss. Mach es besser!

Tipps für ein erfolgreiches Training zu Hause oder in der freien Natur

  1. Suche dir einen Platz im Park oder auf irgendeiner Wiese an dem du dich wohlfühlst und der nicht weit von deinem zu Hause entfernt ist. Möchtest du zu Hause trainieren, schaffe dir ausreichend Platz und dreh die Musik laut auf.
  2. Im Internet oder in Trainingsbüchern findest du gute Übungen, die du mit wenig Equipment oder sogar nur mit dem eigenen Körpergewicht machen kannst. YouTube Kanäle wie 30 days shred oder HIIT sind sehr zu empfehlen.
  3. Möchtest du dir Equipment zulegen, empfehle ich dir ein Thera-Band und einen Sling Trainer. Beides gibt es mittlerweile oft beim Discounter zu kaufen. Optional eine Matte, falls du Übungen auf den Boden machst. Wenn du dir das Equipment sparen möchtest, setz auf Körpergewichtsübungen. Diese reichen für den Anfang meistens auch schon aus.
  4. Es gibt kein schlechtes Wetter, sonders nur schlechte Kleidung. Klar ist es nicht toll im strömenden Regen zu trainieren oder im Schnee, aber alle Übungen können auch bei dir zu Hause ausgeführt werden. Also hör auf mit den Ausreden. 😉
  5. Die Übungsausführung sollte einwandfrei sein. Dies ist ohne Spiegel manchmal nicht leicht. Suche dir einen Trainingspartner der dich ggf. korrigieren kann.
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