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Selbstoptimierungszwang: Wie ich es schaffe, jeden Tag 15.000 Schritte zu gehen (Teil 2)

Falls du Teil eins nocht nicht gelesen hast, kannst du das hier nachholen

Optimierungszwang in allen Lebenslagen

Der Zwang alles kontrollieren und optimieren zu müssen was man im Leben tut, wird dann gefährlich, wenn man nicht mehr entspannt Dinge erleben kann, die einen glücklich machen würden, aber die wohlmöglich gegen den Optimierungszwang arbeiten.

Beispiel: Sportzwang

Du hast dich drei Tage nicht sportlich betätigt, weil du beruflich so eingebunden warst. Wenn du darüber nachdenkst, plagt dich dein schlechtes Gewissen. Heute Abend hättest du Zeit, um deinem Sport wieder nachzugehen. Im Grunde hast du aber überhaupt keine Lust deinen Körper sportlich zu fordern und würdest lieber einfach in eine Therme fahren und deinen Geist und Körper entspannen.

Ein Wellnessabend würde dich in diesem Fall sehr glücklich machen, aber du entscheidest dich dagegen, weil du deinen Körper optimieren musst.

Die Frage, die ich mir dann ab und zu mal stelle:

Wenn ich morgen im Sterben liegen würde, würde ich mich dann darüber ärgern, dass ich nicht das getan habe, was mich wirklich hätte glücklich gemacht hätte am Abend zuvor?

Ich habe keine Ahnung wie man denkt, wenn man im Sterben liegt, aber ich glaube, dass man an besondere Menschen denkt mit denen man Freude geteilt hat und an glückliche Momente, die man im Leben erfahren durfte.

Wer in Gottes Namen denkt in diesem Moment an seine straffe Waden und muskolösen Oberarme?

Allgemein: Welches Glück bringt dir das Optimieren gewisser Bereiche in deinem Leben?

Hast du wirklich Spaß daran und kannst dich an dem erfreuen was du optimierst?

Oder ist es bereits zu einem Zwang geworden, der dich stresst, unflexibel macht und dir manchmal den letzten Nerv raubt?

Mit Spaß und Leichtigkeit viel Bewegung im Alltag integrieren

Nachdem ich nun konsequent mein Handy und somit auch meinen Schrittzähler einfach zu Hause lasse, um nicht zwanghaft meine Schritte zu zählen, habe ich jetzt noch größere Freude mit Dario die Gegend von Essabfällen und neuerdings auch Pfanddosen und -flaschen zu befreien.

Aus den letzten zwei Spaziergängen konnte ich ein Plus von 58 Cent verzeichnen. Rechne Dir mal aus, was das in einem Monat an zusätzlichem Baren ausmacht. Ich lasse das mit dem Rechnen lieber, auch wenn ich jetzt in Ruhe Zeit hätte einen Taschenrechner zu holen, aber in Mathe war ich einfach immer sehr schlecht. Daran sind meine Eltern schuld! Sie haben mich nicht zur Nachhilfe geschickt.

Es war billiger in Kauf zu nehmen, dass ich es irgendwann doch beherrsche oder es nie wieder in meinem Leben brauche und trotzdem meinem Unterhalt selbst zahlen kann.

Zurück zum eigentlichen Thema:

Die Flaschensammler, die jeden Samstag um 18 Uhr für 90 Minuten jegliche Supermarkt- Pfandannahmestellen besetzten, bekommen in Zukunft Konkurrenz!

Sehr stolz und glücklich war ich über die Errungenschaft an einem Montagmorgen, als ich eine 0,5 Bierflasche am Straßenrand gefunden habe.

Allerdings wurde es dann doch etwas unangenehm.

Meine Gestallt muss wohl äußerst abschreckend auf Menschen gewirkt haben.

Ich, ungeschminkt blass, ungekämmt, im Schlafanzug, mit Hund in der einen Hand UND Bierflasche in der anderen Hand.

In München hätte man mich keines Blickes gewürdigt. Bier am Morgen vertreibt dort alle Sorgen.

Doch Morgens in Frankfurt wurde ich mit verwunderten und zum Teil abwerteten Blicken bestraft.

Die Bierflasche habe ich dann trotz allem, dass ich sehr glücklich über die verdienten 8 Cent war nicht mehr ganz so stolz vor mir hergetragen.

Zum Abendessen mit dem Schrittzähler

Befreit von meinem Optimierungszwang viele Schritte zu laufen, saß ich eines Abends mit meinen Kollegen in einem gut bürgerlichen Restaurant und versuchte nicht über die Arbeit so sprechen- insofern das möglich war.

Als ich mit meinem Chef sprach, fiel mir seine komische ausschauende Uhr am Handgelenk auf. Sie war schwarz, aus Kunststoff und das Band der Uhr war sehr schmal.

Er erzählte mir, dass er und seine Frau letzte Woche eine Yogalehrerin für eine Stunde gebucht hatten.

Es ist wirklich erschreckend, wie viele Menschen sich ständig mit mir über Ernährung und Fitness unterhalten möchten. In meinem Blog geht es zwar auch um diese Themen, aber hier entscheide ich, wann ich mich damit beschäftigen möchte.

An diesem Abend stand mir nicht der Sinn Ernährungs- und Fitnesstipps zu geben.

Im gleichen Atemzug zeigte er auf seine komisch aussehende Uhr und verkündete stolz, dass er schon 8.000 Schritte gelaufen wäre. Er versucht sich jetzt allgemein mehr zu bewegen.

Sind das noch die Nachwirkungen von Neujahr und den guten Vorsätzen?

Heimlich blickte ich dann doch mal auf meinen Handyschrittzähler und musste erschreckend feststellen, dass ich nur 7.600 Schritte bis jetzt gegangen war.

Unfassbar!

Das kommt davon, wenn man nur unter Zeitdruck am Morgen mit dem Hund spazieren war und den Rest des Tages das Gassigehen an die Familie abdrückt!

In dem Sinne: Geh regelmäßig an die frische Luft, bewege dich, hab Spaß und wenn du Zeit hast und Hunde liebst, im Tierheim warten noch ganz viele tolle Schnüffelnasen auf einen Spazierfreund.

Liebe Grüße,

Melli

Quelle Bild: Fitnessstudio Flyer 7eleven

 

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