Frau, Burger, Essen

Das hast Du nicht gegessen!

Ist schon mal irgendjemandem aufgefallen, dass sich Fotos von sehr schlanken/ muskulösen Personen im Internet vermehren, die häufig sehr süße und fettige Lebensmittel essen?

Meist posieren nur leicht bekleidete Jungs und vor allem Mädchen mit Donuts, einem großen mehrlagigen Burger oder einer riesigen Portion Eis vor der billigen Smartphonekamera.

Dieser „Foodporn“ ist so lächerlich! Genauso lächerlich wie der 19-jährige Junge, der im Auto neben mir an der Ampel steht, welches so viel wie eine kleine 3-Zimmer-Wohnung in Frankfurt kostet, er aber nur ausgeliehen hat, um auf seine oberflächlichen Mitmenschen beeindruckend zu wirken.

Was wollen diese Bilder uns sagen?

„Seht her! Wir verzichten auf nichts und sehen trotzdem extrem sportlich/ schlank aus.“

Ich fühle mich verarscht!

Man wird von 16-jährigen Mädchen, die einen Fitness-Instagram Account betreibt für total bescheuert gehalten.

Nicht nur, dass man es als 29-jährige Frau nicht nötig hat, sich mit einem 16-jährigen Mädchen zu vergleichen (Vergleiche jeglicher Art machen depressiv Selbstliebe – Ein Gedicht), wird einem auch noch suggeriert, dass man überhaupt keine Disziplin haben muss, um einen athletisch schlanken Körper zu haben.

Quasi: „Natural-“ Bodybuilding.

Was passiert eigentlich „behind the scene“?

In den Burger wird nur einmal reingebissen, ein Selfie gemacht und dann ganz schnell den Mundinhalt in den Mülleimer gespuckt. Das kauen spart man sich auf, damit der Speichelfluss nicht angerehrt wird, dass würde nämlich zu vermehrten Hunger führen…

Dass diese Art von Lebensmittel aber für sie zur großen Ausnahme in ihrer Ernährung zählen, wird meistens nicht erwähnt. Es wird nach einem strengen Ernährungsplan gegessen und wenn eine Sporteinheit geschwänzt wurde, wird entsprechend Kalorien eingespart.

Wenn dann wirklich mal der ganze Burger den Darm erreicht hat, sprich er ganz aufgegessen wurde, wird verheimlicht, dass man bereits über Tage 2566 Kalorien eingespart hat, um sich diese Art von Leckerein mal gönnen zu können.

Im Internet wird halt immer nur ein Teil Preis gegeben, ABER eben nicht der Preis, den man dafür zahlt oder gezahlt hat.

Eine meine Freundinnen hat vor einiger Zeit ein Selfie von uns gemacht.

Sie muss ständig alles und jede noch so dumme Situation fotografieren.

Ich war geschockt als sie mir das Foto von uns zeigte.

Wir sind beide nicht besonders fotogen aber das Schlimmste war meine Haut!

Sie war so makelos. Keine Unreinheiten, keine Rötungen – einfach nur strahlend, engelsgleich, ein bisschen wie der Teint von Michel Jackson in seinen besseren Tagen.

„Was hast du den für einen komischen Bild-Modus drinne? Meine Haut sieht niemals so aus!“

Ich hatte mir seit Tagen wieder nur mit Alepposeife das Gesicht gewaschen. Es war ziemlich kalt draußen und meine Haut musste sich erst wieder an die neue minimalistische Pflegeroutine gewöhnen.

Entsprechend sah meine Haut auch aus…

„Das ist der Beauty-Modus! Toll oder?“

Toll?

Täuschung auf niedrigem Niveau!

Ich bin es ja gewöhnt, dass mir alle professionellen Bilder von Werbeplakaten und Magazinen weiß machen wollen, dass jedes der Models keinen einzigen Leberfleck zu viel hat und keine Dehnungsstreifen. Aber das ich nun auch von Freunden so getäuscht werde hinsichtlich ihres Äußeren, hätte ich nicht gedacht.

Mittlerweile bin ich Profi im Erkennen von „Beauty-Modus“!  So viel „Glow“ auf dem Selfie ist definitiv nicht mit einem Highlighter möglich! Frauen: Ihr wisst was ich meine!

Alles wirkt immer so perfekt!

Fast schon etwas langweilig!

Aber so ein Instagramm-Celeberty zu sein kann verdammt anstrengend sein.

Freiwillig wird sich 4 Stunden in Unterwäsche vor einen Spiegel gestellt.

Man macht 458 Fotos von sich, um dann endlich das 147 zu posten, weil das Licht da am besten gefallen ist.

Das ist ja fast ein Vollzeit Job!

Ich finde es ja schon anstrengend für meinen Blog Fotos von meinen Lieblingsrezepten zu machen, weil ich immer so verdammt ungeduldig und hungrig bin.

Mein Anspruch an Fotos ist dementsprechend auf ein Minimum gesunken.

Ich hatte schon überlegt einen Instagram-Account, mit täglichen Bildern von meinem Hund zu eröffnen.

Es würde mich total glücklich und stolz machen, weil ich finde, dass er der hübscheste Hund auf der Welt ist – aber seien wir ehrlich: Nach 13 Babyfotos von einer stolzen Mama ist man auch leicht genervt. Es gibt halt doch noch schönere Babys.

Allerdings, wenn Dich was glücklich macht, tue es einfach – ist doch egal, ob es jemandem anderen gefällt!

Fotos vom schönsten Hund der Welt

Instagram: derkleinefuxxa

Fotos von schönen Menschen mit viel Essen

Instagram: youdidnoteatthat

Einen guten Start in die Woche!

Melli

Quelle Bild: mellimachtmasse, Veggi-Burger essen in Barcelona

 

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4 Gedanken zu „Das hast Du nicht gegessen!“

  1. hahaha! vielen dank für diesen grandiosen artikel!

    ich habe mich köstlich amüsiert und bin da voll bei dir!! vor allem diese insta model fitness scheisse geht mir langsam auf den sack! schnarchige oberflächlichkeit und anstrengende bestätigungssuche durch selbstdarstellung 😴

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  2. Grandios! Du hast es auf den Punkt gebracht. Diese Werbeplakate kann doch sowieso kein Mensch mehr ernst nehmen. Da siehst man nicht wenige, sondern gar keine Leberflecken…. wo gibt es denn sowas? 100% unnatürlich, 100% langweilig.
    Dein Hund ist tatsächlich hübsch :D;)

    Gefällt 1 Person

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