melli; urlaub; sonne; strand; meer; italien

Urlaubsgrüße- Abwesenheitsnachricht

2 Tage habe ich gebraucht, um meine Abwesenheitsnachricht bei meinem E-Mail Provider einzurichten. Man lädt ein neues Software-Update herunter und denkt, dass alles nun besser wird als vorher.

Aber eine neue Software ist wie ein neuer Mann im Leben. Nach einer gewissen Zeit, kommen die Fehler vom System zum Vorschein.

Und wenn man ganz viel Pech hat, wird man von einem Virus überfallen, den man nicht mehr leicht los bekommt.

Zurück zum Thema: Abwesenheitsnachricht

Warum betreibe ich eigentlich diesen ganzen Aufwand?

Damit meine Kollegen und Kunden während meines Urlaubs eine Nachricht erhalten, die besagt, dass ich für einen kurzen Zeitraum meines wertvollen Lebens nicht für sie erreichbar bin.

So formuliert habe ich es nicht, allerdings meine ich es genau so:

„Ich bin ein paar Tage im Urlaub, gehen Sie mir nicht auf die Nerven! Jedes Problem Ihrerseits kann auch ohne mein Mitwirken gelöst werden! Ich bin als Arbeitnehmer jederzeit ersetzbar. Wenn sie meinen, dass Ihr Anliegen so verdammt wichtig ist, dann kontaktieren Sie meine Kollegen. Diese werden sich Ihrem Problem eventuell annehmen und mich verfluchen, dass ich Sie als Vertretung in meiner Abwesenheitsnachricht erwähnt habe.“

Manche Kollegen ignorieren meinen wohlverdienten Urlaub und werden penetrant!

Die Betreffzeilen der E-Mails, die liebevoll von meinen Mitmenschen formuliert wurde, sollen das höchsten Maß an Arbeitsdruck in mir auslösen.

Best of Betreffzeilen zu höchst wichtigen Themen/ Angelegenheiten

„Urgent“, „Top urgent“, „Reminder“ „Friendly reminder“, „Deadline“, „Feedback needed asap“, „Feedback needed by xxxx“

Immer auf Englisch, da ja mittlerweile auch meine deutschten Kollegen kein Deutsch mehr sprechen.

Arbeitsdruck?

Antwortzwang?

Ganz im Gegenteil: Mich lässt diese lächerliche Art von Zeitdruck aufbauen absolut kalt!

Klarstellung

Ich bin weder Notfallsanitäter noch Notfallchirurg.

Wenn ich meine Arbeitsaufgaben nicht schnell genug erledige oder nicht ordentlich genug mache, erleidet kein Mensch einen lebensbedrohlichen Schaden.

Natürlich versucht man trotzdem sein Bestes zu geben, weil man ja oft mit Menschen zu tun hat, die hyperventilieren und alle 10 Minuten einem Herzinfarkt sehr nahe sind.

Ich stelle nach über 10 Jahren in der freien Wirtschaft fest, dass es sich meistens um sehr belanglose Dinge handelt, die einen dazu anhalten sollen, in jeder Lebenslage jederzeit arbeitsbereit zu sein.

Darf ich 30 Tage im Jahr einfach mal nur nach meiner inneren Uhr leben?

! Gegen 10 Uhr einmal überlegen, ob ich jetzt gerne aufstehen möchte.

! Eigenen Frühstückswünschen in Ruhe nachgehen oder doch einfach direkt Mittagessen.

! Ins Fitnessstudio gehen, wenn eigentlich nur Studenten, Schüler, alleinerziehende Mütter oder Arbeitslose anwesend sind.

! Ach und nicht die Rentner vergessen, die auch mal länger eine Maschine belegen, da sie ja unendlich zeit haben. Meine Oma mit eingeschlossen, die zwar nicht ins Fitnessstudio geht, die aber sonst sehr viel zeit hat und ihre Friseur-Termine immer aufs Wochenende legt, wenn der Rest der Welt auch einen Friseur braucht.

! Mein Handy erst am späten Nachmittag zur Hand nehmen und erschreckend feststellen, dass ich 46 ungelesene Nachrichten habe, wobei einige davon überflüssig erscheinen:

  • 🙂
  • Hallöchen Popöchen!
  • Um wieviel Urin treffen wir uns heute Abend?
  • Uhr
  • *lol*
  • Meeeeellllliiiiii?!?!?!?!?!?
  • Wo steckst Du?
  • Erreiche nur Deine Mailbox
  • Habe Dir draufgesprochen.
  • Melde Dich, wenn Du das ließt.
  • Bis später!

Und schon kommt wieder ein gewisser Druck auf, jetzt ganz fix auf alle Nachrichten antworten zu müssen.

Wenn nicht, gilt man unverzüglich als unzuverlässig, unerreichbar, unkommunikativ, und unnormal.

Also tippe ich geschickt auf meinem Smartphone rum und ignoriere die tolle Aussicht auf die Alpen, sehe nicht ob mein Hund mal wieder ungefragt von Kindern gestreichelt wird und er ihnen vielleicht dafür die Hand abbeißt und verpasse zu guter Letzt den beeindruckenden Sonnenuntergang.

Was habe ich nicht schon alles verpasst, als ich so durch die Straßen mit Blick auf Smartphone getaumelt bin?

Aber was ich nicht sehe, verpasse ich ja auch nicht – oder so ähnlich?!?

Naja wie auch immer…

Ich weise langsam einen leichten Vitaminmangel auf, weil ich mich nur von Pizza, Pasta und Eis ernähre, und wie Obst und Gemüse schmeckt habe ich vergessen…..

OBWOHL….

Ich esse regelmäßig Tomaten und Ruccola…auf meiner Pizza.

Also doch genug Gemüse.

Werde ich einen Lebensmittelorgasmus bekommen, wenn ich irgendwann wieder in einen Apfel beiße?

Das werde ich wohl erst erfahren, wenn ich wieder in Deutschland bin. Und du dann irgendwann auch!

Ich halte dich auf dem Laufenden.

Bis dahin, Urlaubsgrüße mit freundlicher Abwesenheitsnotiz.

Deine

Melli

Bild-Quelle: mellimachtmasse, Como, Italien 2016

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4 Gedanken zu „Urlaubsgrüße- Abwesenheitsnachricht“

  1. Das sind einfach nur wahre Worte, in denen sich vermutlich sehr viele wiederfinden können. Ich bin dankbar dass ich mich vorerst mit einem Studium rumschlagen kann und auch die Freiheit nebenbei habe mein Leben..(oder Freizeit..)selbst zu gestalten. Es ist so wichtig sich eine Auszeit zu nehmen und andere sollten dies, verstehen und respektieren. 🙂

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