Tür; toilette; holz; herz; bathroom

Auf einen Teller Glasnudeln mit Melli

Letzte Woche hat mich eine Lebensmittelvergiftung heimgesucht. Aber so ganz sicher bin ich mir noch nicht, an was es wirklich gelegen hat.

Wurde die Vergiftung wirklich von Lebensmitteln verursacht?

Oder war der Amtsantritt von Trump letzte Woche schuld?

Ich habe noch eine dritte Vermutung, warum es mir auf den Magen & Darm geschlagen hat.

Meinem Kollegen, mit dem ich im Restaurant einen Teller asiatische Glasnudeln, in Sesamöl triefend, gegessen habe, sprießen Haare aus Nase und Ohren. Seine Augenbrauen kann man mittlerweile flechten oder, wenn er daran Geld verdienen möchte, könnte er sie auch locker an Echthaarhändler verhökern.

Irgendwie macht essen weniger Spaß, wenn man die ganze Zeit darüber nachdenken muss, ob seine Frau beim Küssen von den Nasenhaaren gekitzelt wird.

Im Moment ist Behaarung aber ja total In. Mein Kollege ist voll im Trend.

Die ganzen Esoterik-Mädels, die ich auf YouTube verfolge, lassen alle Ihre Achselhaare sprießen und erzählen stolz wie befreit sie sich jetzt fühlen.

Rasierzwang kann zur Selbstunterdrückung führen- ist klar!

Habe ich dieses Wort „Selbstunterdrückung“ jetzt neu erfunden?

Sollte ich es gleich dem Duden melden, bevor es jemand anders tut und die Millionen kassiert?

Meine geliebten Esoterik-YouTuber zelebrieren diesen Körperhaarwuchs als wäre es etwas völlig neues.

Dabei kennt das doch jeder Single – Du läufst so lange wie ein Jeti rum bis du mal ins Schwimmbad gehst oder eine romantische Beziehung vor dir hast.

Sonst passiert körperhaartechnisch nix! Warum auch? Kostet zu viel Zeit und Geschick…

Aber auch die Beziehungsmenschen kennen das nur zu Gut. Läuft nix mehr, sprießen die Haare vor sich hin und freuen sich des Lebens weit über den Hautporen.

Weg von Körperhaaren hin zu Kopfhaaren.

Trumps Frisur erinnert mich immer an Sahnehaube mit Gelbstich.

Also wieder zum Essen.

Was für ein Übergang.

Ich sollte nun wirklich über eine Karriere als Schriftstellerin nachdenken. Das ist ja bereits Schreibkunst auf ganz hohem Niveau.

Ich möchte Dich jetzt nicht mit meiner Woche zwischen Verstopfung, Durchfall, Kotze und Krämpfen langweilen. Vielmehr ist mir eines bewusst geworden, dass ich mir jeden Tag bewusst machen sollte:

Sei zufrieden und glücklich, wenn du das essen kannst was du magst.

Zwieback und Kräutertee zählen seit neustem zu Arzneimitteln, die nur unter bestimmten Voraussetzungen eingenommen werden.

Und bis heute weiß ich nicht, ob es stimmt oder meine Oma wieder ihre alten Weißheiten ausgepackt hat:

Zwieback ist leicht bekömmlich.

Sie ist nämlich auch noch der festen Überzeugung, dass man von rohem Teig Bauchschmerzen bekommt.

Das kann ich nicht bestätigen.

Jeden Kuchen den ich backe, backe ich nur, um am Teig naschen zu können.

Ich hasse Menschen, die Schüssel und Löffel abwaschen an denen noch Teigreste hängen.

Meiner Mutter habe ich früher immer ganz genau auf die Finger geschaut, wenn sie den Kuchenteig portionsweise in die Form gegeben hat.

Ich habe dann schon immer gequengelt, dass sie unbedingt etwas Teig in der Schüssel lassen soll, damit ich sie auslecken kann.

Das war mein Highlight!

Der fertige Kuchen war dann nicht mehr sooooooo wichtig- wurde aber dennoch auch gerne verschlungen.

Als meine kleinen Geschwister dann aber auch begriffen, dass Kuchenteigessen das Beste am ganzen Backvorgang ist, gab es Krieg.

Eine Regel musste her.

Jeder durfte nur einmal mit dem Löffel am Schüsselrand entlangkreisen.

Aber nur eine Runde.

Ich habe meine Technik verfeinert und immer genau geschaut wo die größeren Brocken noch in der Schüssel hingen.

Trotz dieses ausgeklügelten Systems, bei dem jedes Helikopterelternteil* sofort vermutet hätte, dass aus mir eine hochranginge Professorin werden würde, hätte ich enttäuscht.

Meine Eltern waren nicht Helikopter.

Eher Wasserboot.

Fangen dich auf, wenn du am Ertrinken bist und rudern dich zum nächsten Ufer, in der Hoffnung, dass du es alleine schon schaffen wirst. Naives Vertrauen. Helikopter wäre auch viel zu anstrengend gewesen.

Heute habe ich im Radio gehört, dass Kinder die regelmäßig übertrieben von ihren Eltern gelobt werden, sich später im Erwachsenenleben eher zu Narzissten** entwickeln.

Hätten Trumps Eltern nicht mal ehrlich sein können?

„Donald, das Bild, das Du Papa und Mama gemalt hast, sieht scheiße aus! Wolken sind nicht blau und das Haus kann nicht durch die Wolke gehen.“

Mein Neffe ist weit entfernt vom Narzisstsein. Immer wenn ich davon laut Träume, dass er mal Rechtsanwalt oder Arzt wird, wird hemisch gelacht.

Lasst mich gefälligst von eigenem Haus mit Garten träumen, welches mir mein Neffe in Zukunft kaufen wird, wenn er mal ganz viel Geld verdient.

Das ganze Geld, das wir auf sein Sparkonto pumpen, was jetzt schon keine Zinsen mehr abwirft, muss in Bildung gesteckt werden.

Am liebsten sehe ich ihn als Schönheitschirurg – da kann er uns faltige Verwandten alle noch ohne jegliche Gegenleistung straffen.

Ob er dann noch zahlende Kunden aufnehmen kann ist fraglich.

Unsere Familie ist groß.

Die Mimik-und Stressfalten sitzen sehr tief.

Und jetzt hör ich auf mit meinem Text***, sonst muss ich meinen Neffen doch dazu bringen Physiotherpeut zu werden und dann kann ich mir meine Träume abschminken und muss die ganze Hoffnung in Anti-Aging-Cremes stecken….

Ehrliche Grüße mit Rückenschmerzen, weil ich wieder so bekloppt auf dem Sofa sitze,

Melli

*Definition Helikoptereltern Wikipedia:

Unter Helikopter-Eltern, auch Hubschrauber-Eltern oder als Fremdwort Helicopter Parents (engl. helicopter parents oder paranoid parents), versteht man populärsprachlich überfürsorgliche Eltern, die sich (wie ein Beobachtungs-Hubschrauber) ständig in der Nähe ihrer Kinder aufhalten, um diese zu überwachen und zu behüten. Ihr Erziehungsstil ist geprägt von (zum Teil zwanghafter oder paranoider) Überbehütung und exzessiver Einmischung in die Angelegenheiten des Kindes oder des Heranwachsenden.

**Wikipedia zum Thema Narzissmus:

„Der Ausdruck Narzissmus steht alltagspsycholgogisch und umgangssprachlich im weitesten Sinne für die Selbstverliebtheit und Selbstbewunderung eines Menschen, der sich für wichtiger und wertvoller einschätzt, als urteilende Beobachter ihn einschätzen. Der Duden übersetzt den Begriff als übersteigerte Selbstliebe und Ichbezogenheit.“

*** An meine Liebe Lektorin: Ja meine Texte könnten länger sein – aber nicht jeder führt so ein Studentenleben wie Du und hat so viel Zeit, soetwas unwichtiges zu lesen!

 

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