Was bisher geschah

Ekelfaktor

derkleinefuxxa hat heute Morgen seinen Teil vom Ei ausgekotzt. Er bekommt das Gelbe vom Ei und ich das Eiweiß. Das Gelb-Erbrochene war in zwei Haufen auf dem Sofa verteilt: ein Haufen auf der Decke, der andere Haufen in der Sofaritze. Für mich ist das schon lange kein Grund mehr, Panik zu schieben. Anstatt dem blöden Hund die Schuld für diese verdreckte Scheiße zu geben, gebe ich mir selbst die Schuld. Ein Kotzfaden, der sich durch mein Leben zieht. Jeder Mensch hat einen Ekelfaktor, meiner liegt bei einem Höchstwert von 10 Punkten bei 0,8, was sehr sehr sehr niedrig ist.

Seit neustem habe ich bei ekligen Dario-Dingen auch ein Schmunzeln auf den Lippen. Er gibt mir so viel Freude zurück! Er uriniert an Wahlplakate, versperrt vor Supermärkten den Eingang, wenn er mal wieder auf mich warten muss und das Beste ist, er setzt schöne Scheißhaufen auf die bepflanzte Parkanlage der School of Finance. Ich kann den Satz von ausgelaugten, übermüdeten und ungewaschenen Eltern nachvollziehen: „Sie geben einem so viel zurück!“

Heute Mittag musste ich mich dann aber wirklich kurz ärgern. Die Gefrierschranktür war die ganze Nacht nicht richtig verschlossen. Ich habe mich durch das Eis gekämpft und mich gefragt, ob es sich wohl so anfühlt, den Mount Everest zu besteigen. Außerdem musste ich an Omi denken. Wenn ich möchte, dass Sie Herzrasen bekommt, erzähle ich ihr von dem Vorfall. Pädagogisch korrekt würde sie mir ein schlechtes Gewissen machen und erläutern, warum das so schädlich ist und dass ich in meinem Alter doch auf so etwas achten müsste. Ich bin also Umweltsünderin und mit 32 Jahren immer noch nicht in der Lage auf den Gefrierschrank und mich zu achten. Seit sieben Jahren nehme ich mir regelmäßig vor, ihn zu enteisen, aber ich habe einfach immer Lebensmittel drinnen. Mir ist die Idee noch nicht gekommen meine große-kleine Schwester, welche nebenan wohnt, darum zu bitten, meine Lebensmittel kurzzeitig bei ihr Lagern zu dürfen.

Berühmt

Schmerzlich aber ohne schlechtes Gewissen habe ich festgestellt, dass ich seit über einem Jahr keine wertvollen Beiträge mehr verfasst habe. Stolz durchfuhr meinen Körper, als ich vor Wochen zum Kaffee und Kuchen eingeladen war und eine Bekannte erzählte, dass sie meinen Artikel „Genderscheiß“ in ihrer Studienhausarbeit als Referenz angegeben hat. Darauf musste ich erstmal klarkommen und auf dem Nachhauseweg habe ich mir von Missy Elliott „I’m really Hot“ reingezogen. Scheint ja ab und zu richtig nützlicher shit dabei zu sein…

Nichts kann mich mehr aufgeilen als ein Kompliment zu meinem Schreibstil oder dass jemand lachen musste beim Lesen. Sag mir ich habe schöne Haare oder schöne Bein, das ist grandios zu hören aber eben nicht so übermächtig für das Ego, wie, wenn man mich für etwas lobt, das ich mit Leidenschaft tue. Haare waschen und Beintraining gehören nicht dazu.

Eines steht aber jetzt schon fest: Dieser Blogartikel wird mit Sicherheit nirgendwo zitiert werden.

Ich träume immer noch davon, in der Frauenzeitschrift „Brigitte“ auf der letzten Seite die Kolumne schreiben zu dürfen. Schon viel zu lange ist dieser exklusive Platz von der Schriftstellerin und Journalistin Ildikó von Kürthy belegt, die unter anderem mit dem Axel-Springer-Preis und dem DeLiA Literaturpreis (3. Platz) ausgezeichnet wurde. Ich bin so arrogant, ja wirklich so überheblich zu glauben, dass Kolumnen von mir geschrieben, mehr Entertainment-Charakter für den Leser hätten.

Zurzeit lebe ich das Leben einer Schriftstellerin, ohne wirklich eine zu sein. Dafür schreibe ich einfach zu wenig. Mit fünf Kurzgeschichten lässt sich noch kein ganzes Buch füllen und laut einem Verleger aus Frankfurt auch kein Geld verdienen. Es lesen angeblich zu wenig Menschen Kurzgeschichten. Ziel ist es nicht, damit Geld zu verdienen, sondern einen Verleger zu finden, der daran glaubt, dass Sammlungen von Kurzgeschichten erfolgreich sein können. Wenn meine Cafébesuche allerdings in Zukunft weiter steigen, muss finanziell aufgestockt werden.

Kaffee not to go

Ich bin im Homeoffice ohne office. Meine Verwahrlosung hat einen neuen Grad erreicht. Der schmerzvolle Auszug des Kaffeevollautomaten Anfang des Jahres hat mein Kaffeekonsum grundlegend verändert. Mein Geldbeutel zwingt mich immer öfter zu 1 Euro Kaffee von McDonalds (natürlich mit eigenem Kaffeebecher). Vorbei ist es mit dem Luxus, die aromatischen Bohnen von der Firma & Familie Wacker in den Einfüllbehälter zu schütten. Stattdessen vergleiche ich jetzt die Kaffeepreise der umliegenden Geschäfte. Als ich mich neulich mal wieder bei einem Verkäufer nach der Menge der Milliliter für einen kleinen Kaffee erkundigt habe, um meinen Preisvergleich mathematisch korrekt durchführen zu können, wurde mir schmerzlos bewusst, dass ich wirklich bekloppt bin und mir nichts peinlich ist. Mein Bruder wäre im Boden versunken! Er hält mich in Restaurants vehement zurück, etwas zu reklamieren. Er verschlingt lieber verbrannte Pizzastücke und ist froh, dass man ihm beim nächsten Besuch nicht auf den Teller spuckt.

Über meinen Bruder könnte ich viel schreiben, weil er meine Blogartikel nicht liest, obwohl er auf der Arbeit, die meiste Zeit dafür hätte. Da meine Schwägerin aber sicher mal reinschauen wird, lasse ich es lieber. Heute habe ich mich ebenfalls kurz darüber geärgert, dass ich meinen Blog nicht anonym aufgesetzt habe. Es gibt so viele Dinge in meinem Kopf, denen ich gerne diesen Raum geben würde, die aber für manche Menschen in meinem Umfeld nicht ertragbar wären. Und ich kann ja wohl schon froh sein, dass man mich so erträgt. Also hoffe ich weiter auf die letzte Seite von der „Brigitte“ mit coolem Künstlernamen ohne Foto!

Eure Melli

PS: Warum dieser Blogartikel kein Foto hat? Weil Heidi diesmal keins für mich hatte. Es fehlen gemachte Brüste, Faltenunterspritzung, ein sehr sehr sehr niedriger BMI, die 1,70 cm und das jugendliche Alter. Aber dazu beim nächsten Mal mehr.

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3 Gedanken zu „Was bisher geschah“

  1. Mädschän, dein Ernst? Kaffee vom Restaurant zur güldenen Möwe für eins Euro? Was los mit dir?! Kaufst du ein Pfund Bohnen für 5,99… kriegst du drölfzig Kaffee…

    Der Tipp war kostenlos! Aber hoffentlich nicht umsonst.

    Ansonsten bekommst Habibi 1 French Press zum Namenstag, schwöre!

    Gefällt 1 Person

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